Französisch lernen – ja oder nein?

Schon in der 5. Klasse wird ein Kind heute in Deutschland vor die Frage gestellt welche 2. Fremdsprache es lernen möchte. Viele entscheiden sich für Französisch und gehen so mit Begeisterung an die Sache, dass sie später sogar einen Sprachaufenthalt Frankreich eingehen. Dabei ist die Auswahl der Sprache häufig auch vom Elternhaus bestimmt. Viele Familien in Deutschland haben Bekannte in Frankreich, die sie häufig besuchen oder sie haben dort ein Ferienhaus, was natürlich dann noch sehr viel intensiver vom Aufenthalt her genossen werden kann, wenn alle der französischen Sprache mächtig sind. Viele machen sich tatsächlich Gedanken, ob sie Französisch, Spanisch oder Latein nehmen sollen. Argument, die für Französisch sprechen, ist zum Beispiel, dass zwischen Deutschland und Frankreich eine innige Freundschaft besteht, und zwar nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch auf Seiten von vielen Vereinen. Grundlage dafür bildete der Freundschaftsvertrag zwischen Frankreich und Deutschland aus dem Jahr 1963. Seither wird auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene ein sehr intensiver Austausch betrieben.

Foto: Peter Heinrich  / pixelio.de
Foto: Peter Heinrich / pixelio.de


Sprache der Nachbarländer

Ein weiterer Entscheidungsgrund könnte sein, dass Französisch, die Sprache der Nachbarländer Deutschlands ist. Denn in Belgien, in Luxemburg und auch in Teilen der Schweiz wird Französisch gesprochen. Und auch mit Frankreich besteht schließlich eine sehr lange Landesgrenze. Das heißt die Sprache wird vor allem aus dem Grund gewählt, weil man vielleicht später einmal vorhat in diese Nachbarländer zu reisen. Besonders häufig wird im Saarland Französisch in der Schule gewählt von Schülern. Deren Eltern arbeiten zum Teil sogar im grenznahen Frankreich und man fährt schon mal auch zum Einkaufen ins Nachbarland. Dank Schengen ist das heute überhaupt kein Problem mehr.

Deutschlands größter Handelspartner

Zwar informieren sich Kinder, die gerade die 5. Klasse besuchen nicht über Wirtschaftsdaten, werden aber von ihren Eltern schon dahingehend geformt diese Sprache zu wählen, weil Frankreich schließlich der größte Handelspartner Deutschlands ist und Kenntnisse in dieser Sprache häufig vom Arbeitgeber auch gewünscht werden. Außerdem zieht oft das Argument, dass Französisch (aber auch Spanisch) eine lebendige Sprache ist, im Gegensatz zu Latein, das heute nur noch im Studiengang Medizin interessant ist. Ein weiteres Argument für Schüler ist allerdings, dass viele Schule einen intensiven Austausch mit französischen Schulen vornehmen.